pro & contra rückbenennung II: schauspiel? das falsche signal.
Nun ist es offiziell. Das Centraltheater ist ab der nächsten Spielzeit Geschichte, das Schauspiel heißt wieder Schauspiel Leipzig. Nun könnte man froh sein, weil das Centraltheater ja nie richtig in der Mitte der Stadt angekommen ist und jetzt wenigstens wieder draufsteht, was drin ist. Oder man findet es richtig, weil ein Theater ohne Sebastian Hartmann und sein Ensemble kein Centraltheater mehr wäre, wie unser Autor Thomas Pannicke an dieser Stelle. Man kann es aber auch für das völlig falsche Signal halten.
pro & contra rückbenennung I: centraltheater? etikettenschwindel!
Während laut Medienberichten schon festzustehen scheint, wie unser Theater ab Herbst 2013 heißen wird, gibt es bei den Centraltheaterfreunden unterschiedliche Meinungen. Für die Pro-Schauspielhaus-Fraktion ist eine Rückbenennung geradezu zwingend- Alles andere wäre Etikettenschwindel …
stadtrat bestätigt enrico lübbe
Der Stadtrat hat in seiner heutigen Sitzung Enrico Lübbe zum neuen Leipziger Intendanten gewählt. Das ließ die FDP Stadtratsfraktion über Twitter verlauten. Es habe einige Stimmenthaltungen – darunter die der FDP-Stadträte – und einige wenige Nein-Stimmen gegeben, hieß es weiter. (weiterlesen …)
keine ersatzlose schließung der skala!
Von Thomas Pannicke
Ausgerechnet am 11.11.11 veröffentlichte die LVZ einen Bericht, bei dem dem Theaterfreund jedes Karnevalsgefühl vergehen konnte. Das, wovon schon seit einiger Zeit gemunkelt wird, scheint nun Realität zu werden: die Schließung der Skala. Nach der Buchmesse soll es soweit sein. Nun mag es ja stimmen, daß das Haus in der Gottschedstraße aufgrund seines maroden Zustands nicht länger genutzt werden kann, aber warum gibt es derzeit keine klaren Vorstellungen für einen Ersatz? Immerhin wurde die Nutzung der Räume der ehemaligen Schauhaus-Disco von Sebastian Hartmann schon vor einiger Zeit ins Gespräch gebracht. Sollen tatsächlich Inszenierungen wie Hunger, we are blood, Easy Rider und Droge Faust für immer vom Spielplan verschwinden? Soll das Haus einer Spielstätte verlustig gehen, aus der heraus in den letzten drei Jahren drei Inszenierungen (Juli, Im Pelz, Das fünfte Imperium) zum renommierten Festival „radikal jung“ eingeladen wurden?
Die Faktenlage ist mir auch nach Lektüre des LVZ-Artikels nicht ganz klar, aber es deutet alles darauf hin, daß seitens der Stadt kein Interesse besteht, eine Lösung des Problems anzustreben. Wenn man liest, daß Leipzig immerhin darüber nachdenkt, sich als europäische Kulturhauptstadt zu bewerben, dann aber andererseits feststellen muß, daß nicht einmal die kulturelle Grundversorgung der Bürger dauerhaft gesichert ist (denn als solche würde ich eine zweite Spielstätte des Sprechtheaters in einer Stadt der Größe Leipzigs ansehen), kann man schon ins Grübeln kommen. Es sei daran erinnert, daß nach einer Äußerung des Kulturbürgermeisters zur Zukunft der Skala vor etwa anderthalb Jahren sofort auf Initiative des Freundeskreises eine Unterschriftensammlung für den Erhalt der Skala gestartet wurde. Mir ist zwar nicht bekannt, wieviele Unterschriften damals gesammelt werden konnten, aber es dürfte eine ansehnliche Zahl gewesen sein und ich kann mir nicht vorstellen, daß die damals dokumentierte breite Zustimmung zur Skala unter der (theaterinteressierten) Bevölkerung nachgelassen hat.
Deshalb mein Aufruf ans Rathaus: Es müssen schnellstmöglich Maßnahmen eingeleitet werden, um dem Leipziger Schauspiel spätestens zur Spielzeit 2012/13 wieder eine zweite Spielstätte zu sichern, ansonsten wäre der von Nina May in der LVZ prophezeite „Abstieg in die Provinz“ wohl unvermeidlich – und das in einer Zeit, in der das Leipziger Theater in der überregionalen Presse und in den Fachblättern Theater heute und Theater der Zeit so sehr beachtet wird wie lange nicht. Auch die Aussichten, einen würdigen Nachfolger für den Intendantenposten zu bekommen, dürften sich sehr verringern.
hartmann-interview auf kultiversum.de
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“Was sich die Politik bei der Findung von Alternativen dringend fragen sollte, ist: Wollen wir weiter streitbare Kunst, die sich unabhängig von ihren Geldgebern kritisch mit ihrer Zeit auseinandersetzt?” |
Sebastian Hartmann im Interview mit kultiversum.de / theater heute zu den Folgen der Novellierung des sächsischen Kulturraumgesetzes. Lesen auf: http://www.kultiversum.de/Schauspiel-Theaterheute/Kulturraumgesetz-Sebastian-Hartmann.html?
online petition gegen die novellierung des sächsischen kulturraumgesetzes
“Lassen Sie nicht zu, dass in Zeiten finanzieller Krisen den wichtigsten Kulturträgern Ihrer Stadt die Luft zum Atmen genommen wird! (…) Kaputtgesparte Opern,Theater und Konzerthäuser sind ein nicht nur finanzielles, sondern vor allem auch geistiges Armutszeugnis.”
(aus “Stoppt die Änderung des Kulturraumgesetzes!” Gemeinsamer Aufruf von Oper, Gewandhaus und Centraltheater Leipzig)
JETZT DIE ONLINE PETITION UNTERZEICHNEN:
http://www.openpetition.de/petition/zeichnen/kulturraumgesetz-sachsen
thalia halle – website gestartet
Unter dem programmatischen Titel thalia21.de haben die Mitarbeiter des Theaters eine Website geschaltet, die über den Stand der Dinge, die Presseberichterstattung und die Hintergründe zur geplanten Schließung des Hauses informiert.
Für den kommenden Mittwoch (27. Oktober) ist eine Demonstration geplant. Treff ist 13:30 Uhr auf dem Marktplatz in Halle. (Quelle: halleforum)
Die Onlinepetition hat schon fast 13.000 Unterzeichner. Hier könnt ihr sie unterstützen:
offener brief des ct anlässlich der schließung des thalia theater halle
Aus dem Centraltheater erreichte uns gerade diese Meldung:
In einem Offenen Brief hat sich das Leipziger Centraltheater an die Oberbürgermeisterin der Stadt Halle/Saale sowie den Geschäftsführer und den Aufsichtsrat der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle gewandt.
Darin protestieren Sebastian Hartmann (Intendant), Uwe Bautz (Chefdramaturg) und Katrin Richter, Leiterin der Kinder-, Jugend- und Studentenbühne SPINNWERK des Centraltheater namens des Hauses gegen die drohende Schließung des Thalia Theater: „Unser Befremden, unsere Bestürzung und unsere Wut … werden noch durch den Umstand verstärkt, in welcher Art und Weise der Aufsichtsrat das Thalia zur Verfügungsmasse erklärt, die es zwischen ausstehenden Tarifvertragsgesprächen und Umverteilungen der Theaterangebote für Kinder und Jugendliche auf andere Sparten der GmbH abzuwickeln gilt.“
Hier könnt ihr die Online-Petition gegen die Schließung des Thalia Halle unterstützen.
Und auf nachtkritik.de gibt es einen lesenswerten Artikel zum Thema Thalia von Dirk Laucke.
