zum tode michaels stanitzeks

Mit tiefer Trauer haben wir die Nachricht vom plötzlichen Tod Herrn Michael Stanitzeks vernommen. Wir sind unsagbar traurig und sprechen der Familie und Freunden des Verstorbenen unser tief empfundenes Beileid aus.

Im Dezember 2010 war Michael Stanitzek zu Gast beim Stammtisch der Centraltheaterfreunde. Mit dem Text zur Veranstaltung, den Michael sehr mochte, können wir uns gemeinsam erinnern:

vor der premiere ist nach der premiere

3. Dezember 2010 | von Jutta Palm

So lautet Michael Stanitzeks Credo, dem sympathischen künstlerischen Betriebsdirektor am Centraltheater. Aus dem kreativen „Chaos“ von mehreren parallelen Produktionsbegleitungen taucht er auf zum Stammtischbesuch und fährt sich selbst schnell und leise in den XXL-Ruhepolmodus.

Michael Stanitzek, CT, Foto: Rolf Arnold.

Michael Stanitzek, CT, Foto: Rolf Arnold.

Man spürt sofort, hier ist ein Theatermacher aus der hochqualifizierten Leitungscrew, der neugierig ist auf das Publikum und überhaupt Freude hat an der Begegnung mit Menschen. So erzählt er aus seiner Vita als Student in Berlin, den es durch die Tätigkeit des Stiefvaters als Schauspieler vom Geburtsort München dorthin verschlagen hatte. Oder beim Benennen von Berufsstationen, er wirkt als Zugführer seines Lebens, dem es trotzdem gelingt, die offene schauende Haltung eines Reisenden zu bewahren. Da fallen Namen wie Klaus Bachler, Freitag, Eschberg und die Freude klingt mit, Mentoren, andere Aufgaben und immer wieder neue Tätigkeitsfelder erlebt zu haben. Es huscht ein kleines verschmitztes Lächeln über das Gesicht als er erwähnt, dass nach Dresden nun seit 2008 an einem der drei „verrücktesten“ Theater Deutschlands zu sein, schon wirklich etwas besonderes wäre.

Hier die Produktion von sehr ausgewählten Regisseuren zu begleiten, wo selbst die Technik künstlerisch mit den Stücken atmet. Unter Hartmann, den er als einen Ensemble-Intendanten bezeichnet, zu arbeiten, hieße viel Freiraum zu erhalten, in dem man sich hinein entwickeln kann. Stolz erzählt er von der hohen künstlerischen Produktivität dieses Theaters und sagt zum Vergleich: „Dresden 8 – 8, Leipzig über 20“. Er geht seinen Weg, um immer wieder anzukommen. Wohl fühlt er sich, obwohl er wegen der Familie zwischen Berlin und Leipzig pendelt. Hat bei allem, mit unter auch stressigen Situationen, eigentlich nur einen Wunsch, eine Produktion intensiver zu begleiten, den Prozess von der Entstehung bis zur Bühnenreife. Sagt dies mit einer brennenden Loyalität zu der künstlerischen Schaffenskraft seines Intendanten. Draußen rieselt leise der Schnee und im Pilot ist es plötzlich sehr wohlig warm.