allgemein | enrico lübbe soll neuer intendant in leipzig werden

16. Mai 2012 - 09:39 Uhr von miss laine

Enrico Lübbe. Foto: Schauspiel Chemnitz

Enrico Lübbe, derzeitiger Schauspielchef in Chemnitz und ehemaliger ‘Alfon Zitterbacke’-Darsteller, soll ab der Spielzeit 2013/14 neuer Intendant am Schauspiel Leipzig und somit Nachfolger von Sebastian Hartmann werden.

Nach Informationen von nachtkritik.de und entgegen des Berichtes der Leipziger Volkszeitung hat ihn aber nicht die Findungskommission vorgeschlagen, sondern Stadt bzw. OBM selbst ausgewählt. nachtkritik.de bezieht sich auf ein nicht namentlich genanntes Mitglied ebenjener Kommission, die bereits Mitte April ihren Wunschkandidaten Volker Lösch an die Stadt übermittelt haben soll.

Die LVZ hatte in ihrer Ausgabe vom 16. Mai berichtet,  die Intendanten-Findungskommission hätte den derzeitigen Enrico Lübbe als neuen Leipziger Intendanten vorgeschlagen. Die Personalie bedarf noch der Zustimmung des Stadtrates. Abgestimmt werden soll voraussichtlich in der Stadtratssitzung am 20. Juni.

|

2 Kommentare » | Kategorie: allgemein

allgemein | shakespeare im pott

15. Mai 2012 - 19:59 Uhr von Thomas Pannicke

Jedes Jahr trifft sich Ende April die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft zu ihrer Jahrestagung mit verschiedenen Vorträgen, Workshops und Theaterabenden.  In diesem Jahr fand die Tagung unter dem Thema «Glaube und Zweifel bei Shakespeare» in Bochum statt, mit Ausflügen an die Theater Düsseldorf und Essen. Gelegenheit also, zu schauen, was die Theater im Pott in Sachen Shakespeare zu bieten haben.

Das Bochumer Schauspielhaus ist reich an Traditionen, in den 80er und Anfang der 90er Jahre war das Theater  regelmäßiger Gast beim Berliner Theatertreffen. Intendant Leander Haußmann (1995-2000) brachte damals viel frischen Wind nach Bochum und mit seinen Hausregisseuren Jürgen Kruse und Dimiter Gottscheff etliche sehr sehenswerte Shakespeare-Inszenierungen auf die Bühne. In den Jahren danach war das Angebot während der Bochumer Shakespeare-Tage nicht überragend, vieles ist schnell in Vergessenheit geraten. Nun ist seit 2010 Anselm Weber Intendant und die erste Inszenierung, die ich gesehen habe, war vielversprechend. Doch dazu später und zuerst der Reihe nach:

Leicht verzettelt: «Coriolanus» in Essen – mit Lisa Jopt und Johann David Talinski

Das Programm der Shakespeare-Tage war in diesem Jahr vielfältig und führte auch an andere Spielorte. Den Auftakt bildete am Freitagabend «Coriolanus» am Grillo-Theater in Essen. «Corialanus» gehört zu den selten gespielten Shakespeare-Stücken, ich persönlich kannte bisher nur eine Fernsehaufzeichnung einer Inszenierung am Berliner Ensemble mit Ekkehard Schall in der Titelrolle. In Essen hatte nun Thomas Krupa inszeniert und sich durchaus einiges einfallen lassen. So saß sich das Publikum auf zwei Tribünen gegenüber, zwischen denen sich das Geschehen abspielte. Das Publikum wurde zum Teil einbezogen, es gab Videosequenzen, Live-Musik, die Schauspieler traten maskiert auf und Coriolanus’ Gegenspieler Aufidius wurde von einer Frau verkörpert.

Szene aus Coriolanus (c) Schauspiel Essen

Szene aus Coriolanus (c) Schauspiel Essen

Interessant zudem für den Besucher aus Leipzig: Mit Lisa Jopt und Johann David Talinski standen zwei ehemalige Leipziger Schauspielstudenten auf der Bühne. Coriolanus ist ein durchaus interessantes Stück, das noch immer aktuelle, allgemein gültige Fragen verhandelt. (Inhaltsangaben möge jeder selbst nachlesen). Ein insgesamt durchaus sehenswerter Abend, jedoch – wirkliche Begeisterung kam nicht auf, die vielen kleineren gelungenen Dinge in der Inszenierung ergaben kein großes, stimmiges Bild. Ich hatte den Eindruck, als wollte der Regisseur zu viele verschiedene Stilmittel ausprobieren (siehe die Aufzählung oben), wobei er sich ein wenig verzettelt hat. So zumindest meine Einschätzung, das anschließende Publikumsgespräch machte aber auf jeden Fall deutlich, dass der Abend Stoff für Diskussionen bot.

Herausragend: «Was ihr wollt» in Bochum

Der nächste Abend war mein persönlicher Höhepunkt: «Was ihr wollt» in Bochum. Das Stück habe ich schon oft gesehen, zuletzt in der Hartmannschen Adaption am Centraltheater. In Bochum inszenierte Hausregisseur Roger Vontobel, Theaterfreunden spätestens seit seiner Einladung zum Theatertreffen mit dem Dresdener «Don Carlos» kein Unbekannter. «Was ihr wollt» lässt er recht ungewöhnlich beginnen: mit der Hochzeit, die den Leser eigentlich erst am Ende des Stückes erwartet. Zwar wird auch Shakespeare-Text gesprochen, trotzdem bleibt das Gefühl, dass es sich hier um ein Vorspiel als Regiezutat handelt. Die Braut spielt die großartige Jana Schulz, die mit Shakespeare schon diverse Erfahrungen hat. Vor Jahren spielte sie in Hamburg an der Seite von Alexander Scheer die Desdemona und am letzten Samstag konnte man sie auf 3sat in einer Übertragung vom Theatertreffen in «Macbeth» erleben. Die ungewöhnlich verlaufende Hochzeitsfeier nimmt ein nasses Ende, als die Gesellschaft von der Braut mit einem Feuerwehrschlauch von der Bühne gespült wird. Wasser wird zum bestimmenden Element, plötzlich bricht es aus dem Untergrund hervor und füllt ein Wasserbecken, das in der Folge Hauptort der Handlung sein wird. Durchaus ein passendes Bild, bedenkt man, dass Viola und Sebastian nach einem Schiffbruch an die Küste Illyriens gespült werden. Und bei der Erwähnung dieser Namen bin ich beim nächsten bemerkenswerten Regieeinfall: Viola und Sebastian werden von Jana Schulz gespielt. Das Überraschende ist hier nicht die Besetzung dieser Rollen mit einer Schauspielerin, sondern die zu einer einzigen Person vereinigten Geschwister: Jana Schulz gibt sich gar keine Mühe, mal als Mann und mal als Frau beziehungsweise als als Mann verkleidete Frau zu erscheinen, sondern ist durchgängig ein Mensch, der sich zwischen diesen Geschlechtern befindet. Am Ende kommt es nicht zum scheinbaren Happy-End: Der Bogen schließt sich mit dem Bräutigam aus der Eingangsszene, der im Schlussbild die tote Viola in den Armen hält. Ein beeindruckender Abend! Erwähnt seien noch zwei Mitspieler: Michael Schütz, der vor sieben Jahren in Leipzig als Sir Toby zu sehen war, stellte den Orsino dar, Jutta Wachowiak spielt den Narren. Amüsant vielleicht noch die Tatsache, dass sich die meisten Fragen im anschließenden Publikumsgespräch um das Wasserbassin drehten und der Dramaturg berichtete, dass man zur Vermeidung der Wasserverkeimung Algentod hinein gegeben habe, bis man gehört hätte, dass das Zeug auch für Menschen nicht gerade gesundheitsfördernd ist. Ökologische Missstände mittlerweile schon an deutschen Stadttheatern?

Solide: «Hamlet» in Düsseldorf

Den Abschluss des Theaterprogramms bildete ein weiteres vielgespieltes Stück: «Hamlet» in einer Inszenierung des Düsseldorfer Schauspielhauses vom dortigem neuen Intendanten Staffan Valdemar Holm. In der Titelrolle Aleksandar Radenkovic, auch er vor Jahren Mitglied des Leipziger Schauspielstudios. Die Kritik in Theater heute war nicht gerade überschwänglich. So schlecht wie dort beschrieben, war der Abend aber dann nicht, wenn er auch mit dem Leipziger «Hamlet Vers. 6» nicht konkurrieren kann. Beeindruckend zunächst das Bühnenbild: die große, leere Spielfläche begrenzen drei hohe, goldene Wände. Ansonsten schwankt der Abend zwischen konventionellem Hamlet-Spiel und einigen Regie-Ideen. Sehr gut gefällt mir eine Szene, in der Regisseur Holm den Film «Fanny und Alexander» seines schwedischen Landsmannes Ingmar Bergman zitiert. Dort wird – wir haben es in Sebastian Hartmanns Leipziger Inszenierung gerade erst wieder gesehen – Hamlet geprobt und der kleine Alexander bekommt nach dem Tod des Vaters ähnlich wie Hamlet einen Stiefvater vor die Nase gesetzt. Andreas Wilink merkt in Theater heute an, dass hier nicht Hamlet, sondern Claudius und Gertrud im Zentrum der Aufführung stehen. Erwähnt sei deshalb noch, dass Imogen Kogge die Gertrud spielt.

Ein abschließendes Fazit zu diesem Theaterausflug an Ruhr und Rhein: Zwei gute und ein herausragender Theaterabend, ein bisher persönlich noch gar nicht gesehenes Shakespearestück, ein Wiedersehen mit einigen aus Leipzig bekannten Gesichtern – die Fahrt hat sich gelohnt und etliche Eindrücke müssen erst noch verarbeitet werden.
Der Blick über den Tellerrand lässt aber doch aufs Neue erkennen, was für ein spannendes und streitbares Theater man zu Hause hat – auch wenn es natürlich nicht fair ist, ein Haus nach nur einer Inszenierung zu beurteilen.

|

Kommentieren » | Kategorie: allgemein

allgemein, gefilmt | filmtipp aktuell

15. Mai 2012 - 14:40 Uhr von miss laine

Auch wenn unsere Schauspieler derzeit eher in Recklinghausen als in Leipzig anzutreffen sind, so müssen wir doch nicht auf sie verzichten: Heute abend läuft um in der Hochschule für Musik und Theater der Julian Pörksens Berlinale Kurzfilm mit dem wunderbaren Titel “Sometimes we sit and think and sometimes we just sit” mit Peter René Lüdicke, Andreas Keller, Artemis Chalkidou und anderen.

Weitere Infos zu Film und Filmemacher hat der >> Kreuzer

|

Kommentieren » | Kategorie: allgemein, gefilmt

allgemein | maximilian brauer an der volksbühne

6. Mai 2012 - 16:18 Uhr von admin

Ab 1. Juni kann man Max Brauer (Nackter Wahnsinn, Hunger, Der gute Mensch von Sezuan) an der Volksbühne Berlin sehen. Er spielt in Molières “Der eingebildete Kranke” in der Regie von Martin Wuttke.
Premiere am 1.6.2012
Weitere Vorstellungen am 2., 8., 15. und 29.6.2012
Info zum Stück und Tickets: http://www.volksbuehne-berlin.de

Am 12. Mai ist Pernille Skansaars Skala-Inszenierung “Hunger” mit Max Brauer und Edgar Eckert bei den Sächsischen Theatertagen Görlitz / Zittau zu sehen.

|

Kommentieren » | Kategorie: allgemein

allgemein | fotografien von rolf arnold in der alten handelsschule

23. März 2012 - 10:48 Uhr von miss laine

Vom morgigen Samstag an bis zum 21. April sind in der Alten Handelsschule in der Gießerstraße Fotografien von Rolf Arnold zu sehen. Die Ausstellung objects / potentially gibt einen Einblick in das private Schaffen des Leipziger Theaterfotografen. Weiterlesen »

|

Kommentieren » | Kategorie: allgemein

allgemein | bergab ins ewige leben!
eine abschiedsrede für die skala

16. März 2012 - 14:21 Uhr von miss laine

Hier, in der Höhle vor der Stadt, servierte man anfangs einer handvoll Zuschauer eher schwer verdauliche Blut und Bananen-Kost. Hier lud René Pollesch ins Kolonialhotel, die Cocka Hola Company ließ es Liebesperlen regnen und die Nerds feierten ihre Nächte. Und nun fällt hier, wo sich gen Ende der aus dem Kellerloch befreite Mensch des 19. Jahrhunderts pfeifend bergab ins ewige Leben spielte, der vorerst letzte Vorhang. Weiterlesen »

|

Kommentieren » | Kategorie: allgemein

allgemein | “zorn und zärtlichkeit” für den mülheimer dramatikerpreis nominiert

9. März 2012 - 16:08 Uhr von miss laine

Claudia Grehn und Darja Stocker sind mit “Zorn und Zärtlichkeit (Reicht es nicht zu sagen ich will leben)” für den Mülheimer Dramatikerpreis 2012 nominiert.

Zorn und Zärtlichkeit (Reicht es nicht zu sagen ich will leben) © R.Arnold/Centraltheater

Zorn und Zärtlichkeit (Reicht es nicht zu sagen ich will leben) © R.Arnold/Centraltheater

Für das Stück haben Claudia Grehn (geb. 1982) und Darja Stocker (geb. 1983) Interviews mit Menschen aus Leipzig und Weimar geführt. Aus dem Material haben die Autorinnen Figuren, Szenen und Dialoge entwickelt; der endgültige Stücktext entstand schließlich auf den Proben, gemeinsam mit Regisseurin Nora Schlocker und dem Ensemble.

Weiter Informationen zum Preis | Infos zum Stück und zu Inszenierung

Auch im letzten Jahr war eine Skala-Inszenierung in Mülheim dabei: Fritz Katers WE ARE BLOOD.
Heute abend wird WE ARE BLOOD in der Skala zum letzten Mal gespielt.

|

Kommentieren » | Kategorie: allgemein

allgemein | buchmesse 2012
diese centralspieler lesen uns vor

8. März 2012 - 20:12 Uhr von miss laine

Am 15. März beginnt die Leipziger Buchmesse. Das aktuelle Webbanner des Lesefestes Leipzig liest zieren passenderweise (Theater)Autor, Talkmaster und ct-Stammtisch Ehrenmitglied Clemens Meyer und Theaterstammgast Werner Mattke. Unter den mehr als 2600 Veranstaltungen haben wir auch eine Handvoll mit centraler Beteiligung entdeckt und wünschen viel Spaß beim Zuhören. Weiterlesen »

|

Kommentieren » | Kategorie: allgemein

music on stage | don’t bogart me – songs of easy rider bybye jürgen kruse

19. Februar 2012 - 19:55 Uhr von miss laine

Easy Rider. Foto: Rolf Arnold / Centraltheater

Stage: Easy Rider. Regie: Jürgen Kruse, Centraltheater Leipzig.
Music: Steppenwolf, The Band, The Rolling Stones, Bob Dylan uvm.

Hell is empty, all devils are here

Leipzig, Skala. Letzte Vorstellung der letzten Leipziger Kruse-Inszenierung. Letzter Auftritt von Manuel Harder als Peter Fonda als Captain America, Edgar Eckert als Dennis Hopper und der ganz großen Eule Hagen Oechel alias Georgie Hanson in EASY RIDER. Zum Nachhören und Erinnern hier der Großteil der verwendeten Songs, die sich längst nicht auf den Soundtrack des Filmes beschränken. So singen die Easy-Rider-Ladies um Sarah Franke. White Horses von den Stones und auch das wunderbare Time der Pozo Seco Singers, dass leider als Video nicht aufzutreiben ist, findet Verwendung.
Weiterlesen »

|

Kommentieren » | Kategorie: music on stage

stammtisch | Zum Tode Michaels Stanitzeks

6. Februar 2012 - 18:20 Uhr von miss laine

Mit tiefer Trauer haben wir die Nachricht vom plötzlichen Tod Herrn Michael Stanitzeks vernommen. Wir sind unsagbar traurig und sprechen der Familie und Freunden des Verstorbenen unser tief empfundenes Beileid aus.

Im Dezember 2010 war Michael Stanitzek zu Gast beim Stammtisch der Centraltheaterfreunde. Mit dem Text zur Veranstaltung, den Michael sehr mochte, können wir uns gemeinsam erinnern: Weiterlesen »

|

1 Kommentar » | Kategorie: stammtisch

« Ältere Einträge